50 Jahre 1.BC Düren
Es begann alles mit einem Zeitungsinserat, welches unser Gründungsmitglied Hellmuth Profitlich vor 50 Jahren in den Dürener Tageszeitungen aufgab. Dieser suchte federballbegeisterte Leute, die mit ihm gemeinsam diesem damals noch recht unbekanntem Hobby nachgehen sollten. Recht zögerlich meldeten sich insgesamt 6 Interessenten zum "Federball-Spiel", war doch der Begriff "Badminton" weitgehend unbekannt.
Trotz der anfänglichen Skepsis führte die nachfolgende "Mundpropaganda" dazu, dass am 31.05.1957 letztlich 13 Gründungsmitglieder den 1. Badminton-Club Düren 57 e.V. aus der Taufe hoben und wir kurze Zeit später als 60. Verein im Landesverband NRW angemeldet wurden.
Doch wo sollte man dem neuen Hobby nachgehen? Seitens der Stadt Düren erhielten wir die Möglichkeit, die neuerbaute Turnhalle der Nikolaus-Schule in Düren-Rölsdorf zu nutzen.
Dass unser Sport seinerzeit noch ein Schattendasein fristete, zeigt die Tatsache, dass wir bei der Beantragung von Trainingszeiten seitens der Verantwortlichen der Stadt Düren allen Ernstes gefragt wurden, auf welcher Schulwiese wir denn spielen wollten....???
Ebenfalls waren wir anfänglich gezwungen, die noch nicht eingezeichneten Spielfeldlinien in der Turnhalle durch Schnüre zu simulieren. Von exakter Spielfeldgröße konnte also keine Rede sein.
Doch hier sorgte die Stadt Düren schnell für Abhilfe, und dank des Enthusiasmus der Gründer stieg die Mitgliederzahl unseres Vereins stetig an.
Auch die sportlichen Erfolge stellten sich schnell ein und bereits 1962 stieg man in die Landesliga auf, der damaligen zweithöchsten Spielklasse in Deutschland. Erwähnenswert hierbei ist, dass Michael Oversberg auch heute noch (45 Jahre danach !!) das mittlerweile doch leicht veränderte "Racker schwingt.

Schwierige Trainingsbedingungen

Leider stiegen wir bereits im 2.Jahr nach dem Aufstieg wieder in die Bezirksklasse ab. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der katastrophalen Trainingsbedingungen in der mittlerweile bei jedem Trainingsabend hoffnungslos überfüllten 2-Felder-Turnhalle in Rölsdorf. Hier sei vor allem an die Zeiten der legendären "Eieruhr" erinnert, welche allen Spielerinnen und Spielern nach exakt vorgegebener Zeit das abrupte Ende des Spiels durch lautes Klingeln schlagartig vor Augen (oder vor Ohren?) führte.
Dieser Zustand war auf Dauer unerträglich, so dass zusätzliche Trainingsmoglichkeiten gesucht wurden, welche wir in der im Jahre 1971 neuerbauten Kreissporthalle an der Euskirchener Straße auch fanden.
Mit dem seinerzeitigen Trainer, Hanno Zenker aus Köln, stellten sich sehr bald die erwarteten Erfolge ein, und die l. Mannschaft stieg bereits 1972 erneut von der Bezirksklasse in die Bezirksklasse auf. (Dies ist kein Schreibfehler, sondern bedingt durch geänderte Klassenbezeichnungen des Landesverbandes).
Leider zogen sich jedoch ab Mitte der 70er Jahre etliche ältere Spielerinnen und Spieler vom aktiven Vereinsleben zurück, was zur Folge hatte, dass auch die beiden gemeldeten Mannschaften sich nach zweimaligem aufeinanderfolgendem Abstieg im Jahr 1978 unversehens in der damaligen B-Klasse (heutige Kreisliga/zweitniedrigste Klasse) wiederfanden.

Dank der erfolgreichen jahrelangen Aufbauarbeit der damaligen Jugendwarte Roelie Köller und Achim Decker sowie der tatkräftigen Unterstützung des guten Geistes der Jugendmannschaft - unserer unermüdlichen "Mama Helge" - waren zwar etliche talentierte Nachwuchsspieler im Schüler- und Jugendbereich vorhanden, diese konnten aber
altersbedingt noch nicht ins Geschehen im Seniorenbereich eingreifen.

Vier Aufstiege in sechs Jahren

Dies geschah erst in der darauffolgenden Saison, und von diesem Zeitpunkt an begann ein unaufhaltsamer Aufstieg. Die Jahre von 1978-1984 können mit Fug und Recht als die bis dahin erfolgreichsten Jahre des 1. BC Düren 57 e.V. bezeichnet werden. Innerhalb von nur 6 Jahren gelang uns gleich 4 mal der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse!
Schon im Jahr des 25-jährigen Jubiläums 1982 konnten wir den Aufstieg in die Verbandsliga feiern, 1984 gelang dann gar der Aufstieg in die Oberliga (der dritthöchsten Klasse nach 1. und 2. Bundesliga). Dank der anfänglichen Ergänzung durch "ältere" Spieler um Elke Rick (verh. Lövenich), Hans-Jürgen Passin, Michael Oversberg oder Willi Lövenich sind die genannten Erfblgeim im wesentlichen auf die Früchte der o.a. Jugendarbeit zurückzuführen, da die Mannschaft zum überwiegenden Teil aus der ehemaligen Jugendmannschaft bestand. Dies waren Martina Brandenburg, Gaby Pohl, Udo Blümel, Rainer Helge und Lars Dick.
Vornehmlich die genannten Spieler im Herren-Bereich qualifizierten sich regelmäßig für die Westdeutschen Meisterschaften bzw. konnten zahlreiche vordere Platzierungen bei NRW-Ranglistenturnieren erringen. Höhepunkt sicherlich hierbei, dass Lars Dick den Sieg bei der NRW-Einzelrangliste in Eschweiler im Jahr 1984 errang.
Alle genannten Erfolge waren nicht zuletzt auf die mittlerweile deutlich verbesserten Trainingsbedingungen zurückzuführen: Gelang es dem damaligen Vorstand um unser leider viel zu früh verstorbenes Ehrenmitglied Eckehard Voigt bereits ab 1978, die 9-Felder-Hatle des Burgau-Oymnasiums für Training und Spielbetrieb zu gewinnen, erhielten wir seit Oktober 1981 zusätzlich die Möglichkeit, den Trainings- und Spielbetrieb für alle Mannschaftsmitglieder in der 6-Felder-Halle der gewerblich-technischen Schulen an der Zülpicher Straße durchzuführen (im Tausch mit der Halle Euskirchener Straße), wo im übrigen heute noch gespielt wird.
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der verbesserten Trainingsmöglichkeiten begannen nun die sportlich erfolgreichsten Jahre des l.BC Düren.

12 Jahre in der Oberliga

Nur unterbrochen durch 4 Spielzeiten zwischen 1989-1993, wo wir lediglich eine Klasse tiefer in der Verbandsklasse das Racket schwangen, spielte die 1. Mannschaft insgesamt 12 Jahre lang in der Oberliga (von 1984-1989 sowie von 1993-2000). Doch die eben beschriebene Spielerdecke war zu dünn besetzt, um nachhaltig auch Verletzungen oder berufsbedingte Wechsel aufzufangen. Waren wir bereits ab 1982 vornehmlich im Damen-Bereich gezwungen, uns wegen der hohen Anforderungen in diesen Spielklassen durch Spielerinnen aus benachbarten Vereinen zu verstärken, sorgten ab 1993 die Dürener Eigengewächse Kirsten Passin und Andrea Sotta mit dafür, die Spielklasse nachhaltig zu sichern. Im Herren-Bereich stieß ab 1989 Joschi Heuts zum Kader der 1. Mannschaft. Und verstärkt durch diverse weitere Spieler (deren Aufzählung sicherlich zu weit fuhren würde, vornehmlich seien hier aber Dietmar Falkus o. Christian Wolff genannt, welche lange Jahre für unsere 1. Mannschaft aktiv waren), konnten die Abgänge von Udo Blümel und Rainer Helge kompensiert werden.
Aber auch das gesellige Vereinsleben kam nicht zu kurz: Neben den bereits seit vielen Jahren stattfindenden Grillfesten zog es etliche Mitglieder des mittlerweile ca. 200 Mitglieder starken Vereins über einen längeren Zeitraum einmal pro Jahr zum Fußballspielen (oder zum Feiern) nach Emsdetten ins Münsterland bzw. zum Fußball nach Witzhelden ins Bergische Land. Kuddel-Muddel-Turiere, gelegentliche Wanderungen und Radtouren rundeten das Gesamtbild ab. Ein weiteres Highlight war außerdem die Besichtigung der Bitburger Brauerei. Von Vereinsmüdigkeit keine Spur.

Rückschlag zum Jahrtausendwechsel

Doch pünktlich zum Jahrtausendwechsel erfolgte der heftigste Rückschlag der Vereinsgeschichte: Bedingt durch den Weggang von Kirsten Passin und Joschi Heüts und des damit einhergehenden Weggangs der übrigen Mannschaftsmitgliedern der 1. und 2. Mannschaft, waren wir gezwungen, die beiden Mannschaften aufzulösen und die 1. Mannschaft in die Landesliga zurück zu ziehen. Wir versuchten nun mit den „alten" Dürener Stammkräften um Susanne Kuckertz, Ilka Heuts, Michael Oversberg, Markus Becker, Frank Petzer und Lars Dick einen Neubeginn.
Leider gelang auch dies zunächst nicht, da wir die Mannschaft bereits nach dem 1. Spieltag verletzungsbedingt auch aus der Landesliga in die Bezirksliga zurückziehen mussten.
Nunmehr standen wir im Jahr 2001 sportlich erneut (ähnlich wie bereits ein knappes Vierteljahrhundert zuvor) vor einem Neuanfang. Anstatt Oberliga und Verbandsliga mussten wir nun in der Bezirksliga und in der
Bezirksklasse spielen. Spielstarker Nachwuchs war diesmal jedoch leider nicht in Sicht, da es über viele Jahre in der Jugendarbeit nicht gut lief und auch richtige Talente fehlten.
In der ersten Saison nach dem Rückzug erreichten wir dennoch einen beachtlichen 3. Platz in der Bezirksliga.

Wiederaufschwung

Doch danach ging es aufwärts: Bedingt durch den Zugang des ehemaligen russischen Jugendnationalspielers Alexandre Grebentsov, welcher unmittelbar neben der Sporthalle wohnt und nur durch Zufall einen Blick in die Turnhalle während des Trainings warf, gelang der Aufstieg in die Landesliga. Dies wiederum veranlasste Kirsten Passiv und Joschi Heuts wieder zu ihrem Heimatverein zurück zu wechseln. Als exzellente Zugabe brachten sie David Washausen mit, was im Nachhinein betrachtet den neuerlichen Aufschwung des Vereins maßgeblich einläutete.
Jetzt ging es Schlag auf Schlag: 2004 Durchmarsch durch die Landesliga und Aufstieg in die Verbandsliga. Zugang weiterer spielstarker Spieler (Julia Scheidl aus Eschweiler sowie Andreas Hirschmann, welchen es berufsbedingt zu uns „verschlug"). Leider wurde der erneute Aufstieg 2005 als Tabellenzweiter nur hauchdünn verpasst, aber dank der erneuten Zugänge von Florian Kirch und Marius Breuer aus Schleiden sowie des mehrfachen Deutschen Meisters Stephan Kuhl holten wir dies im Jahr 2006 nach und stiegen somit nach 6 Jahren erneut in die Oberliga auf.
Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr sollte das große Ziel des Vorstands um Rolf Pütz realisiert werden und dank weiterer spielstarker Neuzugänge wie Thomas Staczan (BV Wesel, 2. Bundesliga) und Olaf Schulz-Hotstege (1. BC Beuel, Regionalliga) wurde dies Ende März auch tatsächlich erreicht: Aufstieg in die Regionalliga im Jubiläumsjahr 2007 !!!
Derzeit nehmen wir mit 6 Senioren- und 5 Schüler- und Jugendmannschaften und großem Erfolg am Spielbetrieb teil. Neben unserer 1. Mannschaft geben auch die Mitglieder der beiden nachfolgenden Mannschaften berechtigte Hoffnungen, bestehen diese doch fast ausschließlich aus spielstarken Nachwuchskräften, deren sportliche Entwicklung längst noch nicht abgeschlossen ist.

Gute Perspektiven

Auch im Jugendbereich sind wir sehr gut „aufgestellt". Unsere Trainer Michael Pütz, Markus Klar und Michael Zyrnelka haben in der Vergangenheit hervorragende Nachwuchsarbeit verrichtet und bis auf unsere Mini-Mannschaft U11 und unsere 2. Jugendmannschaft beendeten alle Mannschaften die Saison als Tabellenerster oder -zweiter. Ein weiterer überragender Erfolg im Jubiläumsjahr.
Durch die Gründung der Badminton Schule Düren im August 2005 gelang dem Verein eine wesentliche Aufwertung der leistungsorientierten Nachwuchsarbeit.
All dies zeigt, dass der 1. BC Düren in allen Bereichen gut aufgestellt ist und sehr zuversichtlich in die Zukunft blicken kann.